Buchtipp in Serie: Serientäter mit Suchtpotential

Wenn ich für eine Weile von der Bildfläche verschwinde, dann muss ich entweder viel arbeiten, oder ich habe eine gute Krimi-Reihe entdeckt. Auch wenn es bestimmt nicht jeder nachvollziehen kann, möchte ich euch an meiner Euphorie teilhaben lassen: in meiner neuen Buchtipp-Reihe „Serientäter mit Suchtpotential“.

Die Dahl-Sammlung

Arne Dahl – „Die A-Gruppe“

Ich beginne diese Serie über literarische Serien mit einem meiner Lieblingsautoren aus dem Krimi-Genre: Arne Dahl. Auf deutsch sind bisher neun Romane rund um die „A-Gruppe“ erschienen. Bei meiner Recherche habe ich heute erfahren, dass zwei weitere bereits seit 2008 auf schwedisch auf dem Markt sind. Ich habe keine Ahnung, weshalb sie noch nicht übersetzt wurden. Lektor müsste man sein… . Denn Arne Dahl ist nicht nur gut. Er ist nicht nur ein viel besserer Henning Mankell. Er schafft das fast Unmögliche: Den wirklich schwierigen Spagat zwischen literarischem Anspruch und bester, spannender Unterhaltung. Ein Page-Turner mit Tiefgang, würde man wohlmöglich in der Werbe-Sprache sagen.

 Ein Page-Turner mit Tiefgang

Im Mittelpunkt steht in den ersten Romanen der stockholmer Krinimalkommissar Paul Hjelm. Wobei das auch nur eine Halbwahrheit ist, denn eigentlich ist ein komplettes Ermittler-Team im Fokus. Und das ist auch eine der größten Stärken der Bücher Arne Dahls: Die Charaktere und vor allem deren Zusammenspiel. Zum festen Inventar gehören sieben bis acht Ermittler – bei einigen Fällen kommen auch noch wiederkehrende Spezialisten dazu. Hier hat Dahl wirklich all seine Fantasie spielen lassen. Wer kommt schon darauf, einen geläuterten Ex-Steroiden-Bullen, der nun im Kirchenchor singt, mit einem zum sechsfachen Vorzeigevater konvertierten, ehemaligen Star-Anwalt zusammenzubringen. Und das ist nur eines der skurrilen und gerade deswegen so realistisch-wirkenden Partner-Paare, die diese dynamische Gruppe ausmachen. In jedem Roman steht einer dieser Charaktere mal etwas mehr im Vordergrund, als die anderen. Dadurch baut man als Leser ganz allmählich zu jeder Figur eine spezielle Beziehung auf.

Die Fälle, die die inoffiziell als A-Team betitelte Sonderkommission auf den Tisch bekommt, sind von „besonderer Natur“ – also besonders heikel, grausam oder von internationalem Charakter. Wirtschaftsverbrechen, Menschenhandel, Kinderpornographie, was hier verarbeitet wird ist wirklich harter Tobak. Seid gewarnt: Arne Dahl ist keine wirkliche Wohlfühllektüre, sondern spannende und bisweilen gesellschaftskritische Kost. Dabei sind die Romane so klug konstruiert und spannend erzählt, dass ich für die meist etwa 400 Seiten starken Bücher selten länger als 3 Tage gebraucht habe.

Nach neun Teilen ist vorerst Schluss mit der Stockholmer Sonderkommission, aber zum Glück gibt es für Fans wie mich Hoffnung: Letztes Jahr wurde der erste Teil („Gier“) einer neuen und sehr vielversprechenden Spin-Off-Reihe veröffentlicht. In der hier dargestellten europäischen Spezialeinheit sind auch einige Charaktere aus der A-Gruppe vertreten. „Zorn“, der zweite Teil dieser neuen Serie von Arne Dahl, erscheint in den nächsten Tagen – einmal dürft ihr raten, wer sich das Buch schon vorbestellt hat.

Serientäter in Folge

Wenn ihr brav seid und jetzt schnell alle Arne Dahl Bücher lest, stelle ich bald die nächste Reihe vor. Zur Zeit im Gespräch sind Jussi Adler Olsen, Commissario Brunetti und der Klassiker der Klassiker: Kommissar Maigret. Habt ihr vielleicht eine Vorliebe? Oder sogar einen Vorschlag?

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