Kindle-Kram

Kindle-Hülle gehäkeltSchutzhüllen_KindleFür mich als hauptberufliche S-Bahn-Pendlerin ist es besonders wichtig, dass meine Lektüre handtaschentauglich ist – zu Hause dürfen es dann auch die dickeren Wälzer sein. Aber da ich meistens unterwegs lese, schränkt die Größen- und Gewichtsbegrenzung mich schon in meiner Lese-Wahl ein. Ja, das sind Probleme!

Es lebe der Fortschritt

Aber die Technik ist auf meiner Seite – deswegen bin ich seit Oktober eine Kindle-Besitzerin. Weniger schleppen im Alltag, alle Lieblingsbücher mit in den Urlaub nehmen können – all das klang in meinen Bücherwurmohren fast zu schön, um wahr zu sein. Mich hat außerdem die Idee gelockt, dass so ein E-Reader nachhaltiger und ökologischer ist, als sich Neuerscheinungen in gedruckter Form zu kaufen. Meine Vorstellung sah so aus: Absolute Lieblingsbücher, die ich im Regal haben MUSS und gebrauchte Schätzchen würden weiterhin als reale Bücher in unseren kleinen Haushalt einziehen. Alles andere landet auf dem Kindle!

So der Plan. Wie die Umsetzung jetzt wirklich aussieht, erfahrt ihr im letzten Absatz. Ich erwartete von einem E-Book Reader keine Wunder. Ein einfaches, funktionales und hochwertiges Teil sollte es sein. Nach einiger Recherche habe ich mich dann für den ganz normalen Basis-Kindle Wifi 2 GB entschieden.

Was das Kindle verspricht

Neben den oben genannten Vorzügen der elektronischen Reader punktet das Kindle durch eine intuitive (aber manchmal etwas umständliche) Bedienung, W-Lan und eine wirklich lange Akkuleistung. Das Gewicht ist zu vernachlässigen und mit etwas Glück passt das Teil sogar in die Jackentasche. Ich möchte hier keine Verkaufsaktion starten, sondern einfach nur bestätigen, dass diese beworbenen Aspekte tatsächlich zutreffend sind. Und dennoch bin ich, wie ihr an den vielen Konjuktiven im ersten Absatz erkennen könntet, nicht restlos begeistert.

Warum ich trotzdem lieber zum Buch greife

Ich verstehe mich selbst nicht mehr – da schwärme ich von den Vorteilen des E-Readers, nur um dann am Ende doch wieder die Buchläden reich zu machen? Tja, mit der Literatur ist es halt auch eine Gefühlssache. Rein rational ist der Kindle eine rund um vernünftige Anschaffung für eine Vielleserin wie mich. Doch ich musste feststellen, dass einige Aspekte am Kindle mein Lesevergnügen deutlich trüben.

1. Ich lese langsamer! Das ist ein Effekt, den ich mir nicht richtig erklären kann. Aber mein Lesefortschritt ist auf dem Kindle deutlich langsamer als bei realen Büchern. Vielleicht lag es an den bisherigen Büchern selbst, vielleicht aber auch an der Prozent-Angabe, die anzeigt, an welcher Stelle man sich befindet. Mich ermutigt dieses Statistik-Gedons jedenfalls nicht zum Weiterlesen.

2. Man kann nicht so einfach zurückblättern! Es ist selten, dass ich nur ein Buch zur Zeit lese. Deswegen blättere ich, wenn ich ein Buch zur Hand nehme, gerne ein paar Seiten zurück, um mich wieder „einzulesen“. Mit einem echten Buch sind das zwei Handgriffe. Buchseite aufschlagen, eine Seite lesen, Finger rein, zurückblättern. Mit dem Kindle ist das zwar auch theoretisch möglich, aber meiner Meinung nach wesentlich umständlicher.

3. Das Layout ist noch längst nicht ausgereift. Und das nervt so richtig. Dass eine Kindle-Seite nicht eins-zu-eins wie eine Buchseite aussieht, damit habe ich gerechnet. Aber dass das Seitendesign manchmal so völlig zerschossen wird, dann auch wieder nicht. Absätze, die nicht als solche angezeigt werden, verrutschte Überschriften, die alleine auf einer Seite stehen – das macht mir keinen Spaß! Ich hoffe sehr, dass daran gearbeitet wird. Ich habe schon von kleineren E-Book-Verlagen gehört, die sich auf professionell designte Ebooks spezialisiert haben. Meiner Meinung nach ein Markt mit Zukunft, denn bisher wurde dieser Bereich arg vernachlässigt.

Wie es mit uns weitergeht

Alles in allem ziehe ich also ein positives Fazit mit kleinen Einbußen beim Lesespaß. Sobald Amazon & Co. sich um ein ansprechendes Seiten-Layout bemühen, werde ich das Kindle-Ding auch noch lieber in die Hand nehmen. Bis dahin müssen die Defizite eben anders ausgeglichen werden. Ganz gut fahre ich bisher mit meinen selbstgemachten Häkelhüllen!

Wie sind eure Erfahrungen mit Kindles oder anderen E-Book Readern?

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